Wissenwertes

Auf dieser Seite möchten wir Sie mit kleinen Artikeln rund um eines unserer wichtigsten Sinne auf dem Laufenden halten. Hier wird es nicht nur um bekannte Erkrankungen und deren Behandlungsmethoden oder um die neuesten Entwicklungen in der Augenheilkunde gehen. Auch um viele andere Fragen, die uns zum Thema "Sehen" und "Augen" beschäftigen.

 

Intraokularlinsen

Was sind Intraokularlinsen?

Bei der Intraokularlinse, kurz IOL genannt, handelt es sich um eine künstliche Linse, die in das Augeninnere implantiert wird. Moderne intraokulare Linsen imitieren die Brechungseigenschaft der natürlichen Linse. Die Linsenoptik besteht aus einem weichen, faltbaren Material, das es erlaubt, in der Operation mit Kleinstschnitttechnik zu arbeiten. Meist wird bei einer altersbedingten Linsentrübung (Grauer Star) eine IOL als Ersatz der natürlichen Linse eingesetzt.

 

Einsatz von IOL bei Katarakt (Grauer Star)

Die Katarakt-Operation ist weltweit einer der häufigsten und wirksamsten chirurgischen Eingriffe. In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 700.000 bis 800.000 Operationen durchgeführt. Meist werden sogenannte „Einstärke-Linsen“, monofokale Linsen, eingesetzt, die allerdings lediglich gutes Sehen in der Ferne gewährleisten. Patienten mit Altersweitsichtigkeit und Astigmatismus sind weiterhin auf eine Brille angewiesen. Daher bieten wir von Augenblick Rheinland unseren Patienten auf Wunsch auch multifokale bzw. multifokal-torische Linsen an. Diese besonderen IOL ermöglichen scharfes Sehen in mehreren Distanzen und korrigieren Astigmatismus.  Der Einsatz dieser speziellen Linsen in der Augenheilkunde eröffnet den Patienten die Chance auf ein Leben ohne Brille.

 

Ablauf der Katarakt-OP

Die ungefähr 15minütige Operation wird meist ambulant und unter Lokal-Anästhesie durchgeführt. Hierbei wird die natürliche Linse mittels einer Ultraschallsonde zerkleinert und abgesaugt. An ihrer Stelle setzt der Operateur eine Kunstlinse ein, die je nach Beschaffenheit im Anschluss ein Leben ohne Brille ermöglicht. Das gesamte Verfahren erfolgt durch einen winzigen Schnitt am Auge, der sich ohne Naht schließt und schnell abheilt.

 

Phake Linse

Bei Patienten mit sehr starker Kurzsichtigkeit (mehr als -8 dpt) verwenden wir bei Augenblick Rheinland sogenannte Vorderkammerlinsen (Phake Linsen), da hier die Hornhaut für einen Laser-Eingriff zu dünn ist.  Diese „Kontaktlinse im Auge“ ist sehr dünn und wird vor der natürlichen Linse im Auge platziert. Die Operation erfolgt in der Regel unter einer kurzen Vollnarkose, kann aber dennoch ambulant durchgeführt werden. Die Linse wird durch einen kleinen Schnitt in das Auge mit Hilfe eines Injektors eingebracht und positioniert. Der kleine Schnitt heilt in der Regel schnell und eine Naht ist nicht erforderlich.

 

Licht-adjustierbare Linse

Bei der sogenannten Licht-adjustierbaren Linse (LAL), handelt es sich um eine neuere Entwicklung in der Augenheilkunde. Die Brechkraft diese Intraokularlinsen kann nach der Operation durch eine gezielte Bestrahlung mit UV-Licht verändert und noch bis zu zwei Dioptrien plus oder minus nachjustiert werden. Sie bestehen aus einem lichtempfindlichen Material, den sogenannten fotosensitiven Silikonmakromeren, die noch nicht aneinandergebunden sind und sich durch UV-Strahlen neu anordnen lassen. Daher muss der Patient in dem Zeitraum zwischen der Operation und der finalen Adjustierung der Linse eine Schutzbrille tragen; denn sonst könnte das UV-Licht der Sonne die Brechkraft ungewünscht beeinflussen. Abschließend wird die gesamte Linse mit UV-Licht bestrahlt, um deren Form zu fixieren.

 

Fazit

Durch den Einsatz von Intraokularlinsen kann unseren Patienten im Anschluss ein Leben ohne weitere Sehhilfe ermöglicht werden. Je nach Bedürfnis implantieren wir bei Augenblick Rheinland unterschiedliche IOL. Egal, für welches Verfahren Sie sich interessieren, der Erfolg hängt auch im Wesentlichen von den Voruntersuchungen ab. Nur die individuelle Beratung und Ausrichtung der bestmöglichen Therapie garantiert Ihnen ein optimales Ergebnis!

 

 

Augengrippe

⇒Symptome   ⇒Behandlung     ⇒Verhaltensmaßnahmen     ⇒Vorbeugung     ⇒Fazit

 

Bei der hochansteckenden Augengrippe (Keratoconjunctivitis epidemica) handelt es sich um eine Infektion am Auge, die durch sogenannte Adenoviren verursacht wird. Hierbei entzünden sich meist sowohl Binde- als auch Hornhaut. Die Augengrippe ist daher sehr schmerzhaft und schwer behandelbar; denn bei einer viralen Infektion sind Antibiotika wirkungslos. All diese Faktoren führen dazu, dass eine Erkrankung als meldepflichtig gilt, um Epidemien vorzubeugen.

 

Symptome

Nach fünf bis zwölf Tagen Inkubationszeit treten plötzlich und heftig die ersten Symptome auf, die leicht mit normaler Bindehautentzündung zu verwechseln sind:

  • Starke Schmerzen machen sich bemerkbar
  • Hornhaut und Bindehaut sind stark gerötet
  • Die Lider und Bindehaut schwellen an
  • Der Betroffene leidet unter einem extremen Fremdkörpergefühl, wie Sand im Auge
  • Die Augen tränen und sind sehr lichtempfindlich
  • Die Lymphknoten am Unterkiefer können anschwellen

Häufig ist zunächst nur ein Auge betroffen, da die Infektion aber hochansteckend ist, treten schon nach kurzer Zeit auch Symptome am anderen Auge auf. Erst zwei bis vier Wochen später klingen die Beschwerden wieder ab.

Während der Heilung bilden sich in der Hornhaut feine Ablagerungen, Infiltrate genannt, die immer größer werden und schließlich die gesamte Hornhaut überziehen können. Erst jetzt ist der Patient nicht mehr ansteckend. Aber dieses Stadium ist für Betroffene aufgrund der hohen Blendempfindlichkeit und der Beeinträchtigung der Sehschärfe sehr unangenehm. Es können durchaus Wochen oder Monate vergehen, bis sich diese Hornhauttrübung vollständig zurückgebildet hat.

 

Behandlung

Auch wenn die Augengrippe medikamentös nicht heilbar ist, sollte man bei Verdacht umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Der Facharzt kann eindeutig abklären, ob es sich lediglich um eine Bindehautentzündung (die entsprechend mit Antibiotika behandelt werden kann) oder um die hochansteckende Augengrippe handelt. Zur Linderung der Symptome können Medikamente verordnet werden.  Außerdem erhält der Patient Empfehlungen, wie eine Ansteckung anderer verhindern werden kann. Darüber hinaus muss eine nachgewiesene Infektion mit Adenoviren dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

 

Verhaltensmaßnahmen

Bei der Augengrippe handelt es sich, wie bei den meisten Infektionskrankheiten, um eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Daher gibt es einige Verhaltensregeln, die bei einer Erkrankung beachtet werden sollten, um andere nicht zu gefährden. Der Patient wird krankgeschrieben und sollte möglichst Zuhause bleiben. Auch 14 Tage nachdem die ersten Symptome aufgetreten sind, ist der Betroffene noch ansteckend. Beim Umgang mit Familienangehörigen, sollte man auf strengste Hygiene achten. Auch wenn die Augen jucken und brennen, auf keinen Fall mit den Fingern reiben! Häufiges und gründliches Händewaschen reduziert die Ansteckungsgefahr bereits deutlich; dennoch sollte zusätzlich ein Desinfektionsmittel aus der Apotheke genutzt werden. Nach jeder Benutzung muss das Handtuch gewechselt und bei mindestens 60° gewaschen werden. Andere Menschen dürfen nicht berührt werden, auch Händeschütteln muss vermieden werden. Nur wer diese Punkte beachtet, kann dazu beitragen, Mitmenschen nicht anzustecken und so eine Epidemie zu verhindern.

 

Vorbeugung

Da eine Augengrippe sehr schmerzhaft, unangenehm und langwierig ist, sollte uns allen daran gelegen sein, sie zu vermeiden. Was aber kann man vorbeugend tun? Adenoviren sind sehr widerstandsfähig und durch handelsübliche Desinfektionsmittel meist nicht abzutöten. Auf Oberflächen, wie zum Beispiel Haltestangen im öffentlichen Nahverkehr, Türklinken etc. können sie sehr viel länger als Influenza Viren überstehen. Daher gilt hier noch mehr, regelmäßiges und intensives Händewaschen ist der beste Schutz!  Fassen Sie sich möglichst nicht ins Gesicht. Das geschieht oft unbewusst, daher sollte man besonders aufmerksam darauf achten. Wenn in der näheren Umgebung jemand an Augengrippe erkrankt ist, müssen noch mehr Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden: Möglichst wenig Türklinken, Handläufe etc. berühren. Eventuell ist es besser, Handschuhe überzuziehen und auf jeden Fall häufig diese Oberflächen zu desinfizieren. Handtücher und Waschlappen auf keinen Fall gemeinsam nutzen und häufig wechseln. Nur so kann die Gefahr einer Ansteckung verringert werden.

 

Fazit

Die Augengrippe (Keratoconjunctivitis epidemica) ist eine hochansteckende und schmerzhafte Infektion der Binde- und Hornhaut. Verursacht wird diese durch sehr widerstandsfähige Adenoviren. Um einer Ansteckung vorzubeugen, ist strengste Hygiene und wenig Kontakt mit Oberflächen im öffentlichen Raum die wirksamste Methode. Sollte man aber den Verdacht haben, daran erkrankt zu sein, ist der Besuch beim Augenarzt unabdingbar. Die Erkrankung ist meldepflichtig.

 

Quellen

Robert-Koch-Institut

Das Deutsche Ärzteblatt

 

 

 

Kurzsichtig durch Smartphone?

Die Nutzung von Smartphones nimmt stetig zu. Interessanterweise steigt auch die Anzahl der Kurzsichtigen. Mindestens die Hälfte aller jungen Menschen in Europa ist kurzsichtig und in China sind es sogar 90%, Tendenz weiter steigend. Da stellt sich schon die Frage nach einem Zusammenhang. Oder anders ausgedrückt: Machen Smartphones und Tablets kurzsichtig?

Bisher gibt es keine Studie, die das explizit beweist, aber schon seit längerem ist bekannt, dass sich das Auge an unsere Sehgewohnheiten anpasst. Fokussieren wir unseren Blick auf Objekte in der Nähe, immer wieder über einen längeren Zeitraum, wächst der Augapfel und die Linse dehnt sich. Dadurch verschiebt sich der Brennpunkt. Die Abbildung entsteht vor der Netzhaut und der Blick in die Ferne wird unscharf. Besonders ausgeprägt ist diese Anpassung bei Kindern und Jugendlichen, da das Auge erst zum Ende der Pubertät hin ausgewachsen ist. Aber auch im Erwachsenenalter geht die Fähigkeit zur Adaption nicht ganz verloren.

Verstärkend kommt hinzu, dass Kinder und Jugendliche, die ständig aufs Handy oder Tablet starren, zu Stubenhockern werden. Ihre Freizeit verbringen sie lieber in ihrem Zimmer, chatten mit ihren Freunden oder spielen mit ihren Smartphones. Es ist bewiesen, dass Tageslicht das Wachstum des Augapfels hemmt und damit dem negativen Effekt von Handynutzung entgegenwirken kann.
Das Risiko kurzsichtig zu werden halbiert sich, wenn Kinder regelmäßig mindestens 80 Minuten ihrer Zeit im Freien verbringen, belegten Forscher aus Taiwan.

Da Kurzsichtigkeit bleibt und in Folge zu anderen Erkrankungen, wie Netzhautablösung oder Makuladegeneration führen kann, ist Vorbeugung wichtig. Kinder sollten mindestens zwei Stunden täglich draußen spielen, empfehlen Augenärzte. Zur Vorbeugung und….

...”Immer, wenn ein Kind vor einem Smartphone sitzt, stirbt irgendwo auf einem Baum ein Abenteuer. “
(Verfasser unbekannt)

Aber auch für Erwachsene gilt, beim Lesen und der Bildschirmarbeit sollte man öfter aufschauen, den Blick in die Ferne schweifen lassen. Denn sonst riskiert man nicht nur Kurzsichtigkeit, sondern auch andere Erkrankungen, wie zum Beispiel trockene Augen. Als Faustregel gilt, mindestens nach 30 Minuten sollten die Augen entspannt werden. Und häufig werden wir feststellen, dass diese kleine „Auszeit“ nicht nur den Augen, sondern auch der Konzentration hilft und äußerst erholsam sein kann.

 

 

Das Smartphone als Untersuchungsgerät

Die Pressestelle der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) berichtet über den Nutzen von Smartphones bei Vorsorgeuntersuchungen am Auge. Die eingebaute Handy-Kamera wird mithilfe verschiedenster Aufsätze zu einem kostengünstigen, mobilen Untersuchungsgerät. Wissenschaftler aus Bonn um Dr. med. Maximilian Wintergerst haben in einer Pilotstudie in Indien diese Methode erfolgreich getestet. Sie untersuchten und dokumentierten bei 200 Menschen, die an Diabetes erkrankt waren. den Augenhintergrund. Bei jedem fünften Patienten stellten sie Anzeichen für diabetische Retinopathie fest. Unbehandelt führt die Erkrankung zwangsläufig zur Erblindung. Unter normalen Umständen wären die ersten Veränderungen der Netzhaut unentdeckt geblieben. Gerade für den Einsatz in Schwellen- und Entwicklungsländern ist diese Weiterentwicklung sehr interessant. Die kostengünstige Methode kann sicher kein völliger Ersatz für hochwertige Geräte in der Augenheilkunde darstellen, aber denkbar ist hier der Einsatz als Voruntersuchung. Ein großes Problem in Entwicklungsländern ist unter anderem die geringe Anzahl an Augenärzten. Extra geschultes Personal könnte zunächst vor Ort Aufnahmen anfertigen und sie zur weiteren Auswertung an einen Facharzt übermitteln. Aber auch in Deutschland ist diese Voruntersuchung zum Beispiel in ländlichen Regionen oder bei bettlägerigen Patienten vorstellbar.

Ziel ist es, schwere Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen und die Sehkraft durch Behandlung zu erhalten.

Vollständige Pressemitteilung der DOG

 

 

Wie sehen wir Farben?

Wie bunt wir unsere Welt sehen, darüber entscheiden Prozesse in unserer Netzhaut (Retina) und das perfekte Zusammenspiel unserer Augen mit dem Gehirn.
Bevor wir aber begreifen können, wie wir unsere Umwelt farbig wahrnehmen, müssen wir verstehen, was Farben eigentlich sind.

 

Was sind Farben?


Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen verschiedenster Wellenlängen.
Für das menschliche Auge wahrnehmbar ist Licht im Spektrum von 380nm bis 750nm.
Mithilfe eines Prismas kann man einfallendes Licht in die verschiedenen Wellenlängen aufspalten und sichtbar machen. Regentropfen, die von Sonnenstrahlen getroffen werden, wirken wie ein Prisma. Somit lässt uns ein Regenbogen die unterschiedlichen Farben eines Lichtstrahls erkennen.

 

So werden Gegenstände farbig

Objekte absorbieren und reflektieren einen Teil des auftreffenden Lichts. Der reflektierte Anteil wird dann von unserem Auge erfasst und im Gehirn einer uns bekannten Farbe zugeordnet. Dies geschieht über die zahlreichen Photorezeptoren der Netzhaut.
In unserer Retina finden wir über 100 Millionen Sehzellen, unterteilbar in zwei unterschiedliche Rezeptortypen:

Die Stäbchen sind nur für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich und können keine Farben unterscheiden. Dafür nehmen sie Kontraste wahr und sind auch bei schwachem Licht aktiv.

Die Zapfen der Netzhaut sind für das Farbesehen verantwortlich.
Von ihnen gibt es drei verschiedene Typen mit unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeit. Grundsätzlich benötigen sie eine stärkere Lichtintensität als die Stäbchen. Die Wahrnehmung des Lichtreizes erfolgt über die Umwandlung des vorhandenen Sehpigments Iodopsin.
Je nach Rezeptortyp der Zapfen ergibt sich eine leicht unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber des einfallendes Spektrallichtes:
Lange Wellenlängen, im Farbspektrum der Farbe Rot zugeordnet, werden von L-Zapfen absorbiert. Der M-Typ reagiert auf mittlere Wellenlängen, was der Farbe Grün entspricht. Schließlich absorbiert der S-Typ die kurzen Wellenlängen, die die Farbe Blau ausmachen.

 

Farbschwächen

Es gibt verschiedene (Erb-) ⇒Krankheiten, denen defekte Zapfen-Typen zugrunde liegen. Die häufigste Form der ⇒Farbenschwäche ist eine Störung der Rot-Grün-Wahrnehmung. Hier liegt der Gendefekt auf dem X-Chromosom. Anders als Frauen haben Männer nur ein X-Chromosom und können den Fehler daher nicht ausgleichen.
Von einer Rot-Grün-Schwäche spricht man, wenn Betroffene zwischen Rot und Grün nicht richtig unterscheiden können. Alle drei Zapfentypen sind hier vorhanden, funktionieren aber nur fehlerhaft. Anders verhält es sich bei der Rot-Grün-Blindheit. Hier ist der Zapfen-Typ für Rot oder Grün gar nicht erst vorhanden. Patienten können also nur zwei von drei Farben wahrnehmen.
Ungefähr 5-9% der männlichen Bevölkerung in Deutschland leidet an einer solchen Rot-Grün-Farbschwäche.

 

Bunte Welt als Rechenleistung des Gehirns

Im Normalfall kann unser Gehirn aber aus den drei Grundfarben, je nach Intensität des Lichtreizes, jede Farbe errechnen. Das perfekte Zusammenspiel zwischen Auge und Gehirn lässt uns die Welt in allen Farben sehen.

 

 

Entwicklung von Hightech-Kontaktlinsen

Schon seit vielen Jahrzehnten nutzen Patienten mit Fehlsichtigkeit, wie Hyperopie oder Myopie, Kontaktlinsen, um ihre Sehkraft zu verbessern. Aber in Verbindung mit Nanotechnologie können die Einsatzmöglichkeiten weit über schlichte Korrektur hinausgehen.

Google hat zum Beispiel bereits 2014 ein Patent auf Hightech-Linsen angemeldet, die die chemische Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit messen und auswerten sollen. Interessant ist dies vor allem für Diabetiker, die immer wieder ihren Blutzuckerwert bestimmen müssen. Das lästige und unangenehme Piksen in den Finger könnte so überflüssig werden, hoffen Forscher.
Zusätzlich angebrachte Mikro LEDs sollen bei zu hohen oder niedrigen Werten warnen. Auch in Deutschland arbeitet das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) in Duisburg an der Erforschung solcher Kontaktlinsen.

Google musste seit Beginn der Entwicklung allerdings einräumen, bisher nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt zu haben, um massentauglich zu werden. Das liegt unter anderem an der zu niedrigen Glukosekonzentration in der Tränenflüssigkeit. Im Blut ist diese ca. 50-mal höher und damit leichter zu messen. Außerdem wird für all diese Prozesse Energie benötigt, die bereitgestellt werden muss.

Der Markt für diese Mikro-Messgeräte im Auge ist ohne Zweifel vorhanden, gehört Diabetes doch zu den Volkskrankheiten. Insofern wird deren Entwicklung auch weiter vorangetrieben. Seit einiger Zeit arbeitet die Google-Schwesterfirma Verily an zwei anderen Anwendungen für digitale Kontaktlinsen: 1. fokussierbare Kontaktlinse gegen Alterssehschwäche und 2. implantierbare Linse nach Kataraktoperationen (Grauer Star).

Man findet darüber hinaus im medizinischen Bereich noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten der hochtechnologischen Kontaktlinsen. Sie könnten beispielsweise zum Messen des Augeninnendrucks bei der Glaukom Überwachung genutzt werden. Ein erhöhter Augeninnendruck schädigt den Sehnerv und führt schließlich zur Erblindung. Nur eine frühzeitige Diagnose und Therapie kann die Erkrankung verlangsamen. Problematisch in diesem Zusammenhang ist aber, dass häufig bei Untersuchungen keine konstanten Werte ermittelt werden können. Hätte man hier die Möglichkeit, Kontaktlinsen einzusetzen, die in regelmäßigen Abständen, den Augeninnendruck messen und diese Ergebnisse dann zur Auswertung an einen gekoppelten Computer oder auch ein Smartphone senden, wäre die Medizin in der Diagnostik einen wichtigen Schritt vorangekommen. Das Lausanner Unternehmen Sensimed hat inzwischen einen telemetrischen Sensor entwickelt, der kleinste Veränderungen der Augenwölbung erfasst, die je nach Druckzunahme oder -abnahme in der Augenkammer variiert. Hier erfolgt die nötige Energieversorgung über eine integrierte Miniatur-Solarzelle.

Auch wenn all diese Hightech-Kontaktlinsen schon vor einigen Jahren entwickelt wurden, handelt es sich immer noch um Medizin der Zukunft. Aber die Forschung wird sicher nicht stillstehen.

https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/smarte-kontaktlinsen-fuer-diabetiker-13372741

 

Genauso scheint es Zukunftsmusik, mit einem Blinzeln ein Bild machen zu können. Auch in diesem Bereich haben einige Konzerne, wie zum Beispiel Samsung, Google und Sony, bereits Patente auf Kontaktlinsen mit eingebauter Mikrokamera angemeldet.
Wer jetzt fürchtet, mit jedem natürlichen Lidschlag ein Foto von seiner Umwelt zu machen, dem sei gesagt, bei gewöhnlicher Lidbewegung passiert nichts. Erst ein langes Blinzeln aktiviert den Auslöser.

Hier wird die Grundlage für viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten gelegt:
Diese Kontaktlinsen könnten zum Beispiel als Ersatz für VR (Virtual-Reality) Brillen genutzt werden.
Sind sie über das Handy, das in dem Fall als Router dient, direkt mit dem Internet verbunden, können auch Informationen und Navigation direkt auf das innere Auge projiziert werden. Eine Technik, die nicht nur als Spielerei angesehen werden sollte. Auch Sehbehinderte oder blinde Menschen können hiervon profitieren.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/hightech-kontaktlinse-das-bild-geht-ins-auge-a-799286.html

https://www.wiwo.de/futureboard/augmented-reality-kontaktlinsen-mit-bildschirm-in-10-bis-15-jahren/23116006.html

 

Ebenso verhält es sich bei einer Methode, die eigentlich zur Unterstützung bzw. Kontrolle von Kampfjet Piloten entwickelt wurde. Hier wird über eine magnetische Kontaktlinse die Augenbewegung des Trägers analysiert. Oder genauer gesagt, es wird die durch Augenbewegung verursachte Veränderung bei einem durch die Linse erzeugten Magnetfeld gemessen und ausgewertet. So können basierend auf diesen Messwerten auch vorher programmierte Befehle ausgeführt werden. Dadurch würde eine Steuerung nur über die Augenbewegung möglich. Rollstühle könnten so zum Beispiel ohne Hände bedient werden.

Sehen wir auch manchmal die Entwicklung solcher Hightech-Kontaktlinsen als unheimlich an, darf man den medizinischen Mehrwert und den damit verbundenen Fortschritt nicht außer Acht lassen.

 

 

 

Hilfe für trockene Augen im Winter

In den Wintermonaten kommen vermehrt Patienten mit diesen Symptomen in die Praxis:

  • Augenrötung
  • Brennen
  • Fremdkörpergefühl
  • Kratzen
  • müde Augen
  • geschwollene Augenlider
  • Schmerzen bei der Bildschirmarbeit, im Flugzeug, bei Luftzug oder in rauchiger Luft.

 

Sie leiden unter trockenen Augen. Und auch in der Presse liest man zurzeit immer häufiger darüber. Woran aber liegt es, dass diese Beschwerden vor allem jetzt ein Thema sind? Eine Erklärung ist schnell gefunden: Die Heizungsluft setzt auch den Augen besonders stark zu und sorgt dafür, dass die Augenoberfläche leichter austrocknet. Auch der ständige Wechsel zwischen kalter Luft draußen und warmer Luft im Raum belastet unsere Augen zusätzlich.

Aber einige Maßnahmen, die wir selbst ergreifen können, verschaffen Erleichterung. Regelmäßiges Stoßlüften in den Räumen, in denen man sich viel aufhält, schafft ein besseres Raumklima. Ebenso erzeugen Wasserschalen auf der Heizung oder Luftbefeuchter in klimatisierten Räumen eine höhere Luftfeuchtigkeit. Die kommt im Übrigen auch den Atemwegen und den anderen Schleimhäuten entgegen; sie sind somit weniger anfällig für Infekte. Den direkten Luftzug sollten wir vermeiden, da sonst den Augen zusätzlich Feuchtigkeit entzogen und die Bindehaut gereizt wird. Bei intensiver Bildschirmarbeit gilt, häufiger blinzeln und den Blick öfter mal schweifen lassen. Somit gönnen wir nicht nur den Augen eine (Atem-) Pause. Darüber hinaus bringt der konsequente Einsatz von hyaluronsäurehaltigen Augentropfen ohne Konservierungsstoffe Linderung.

Wir beraten Sie gern und bieten auch zum Thema „Das Trockene Auge/Sicca SyndromSondersprechstunden an. Hier können wir uns viel Zeit für eine sorgfältige Anamnese nehmen, um die optimale Behandlung mit Ihnen abzustimmen.

Sprechen Sie uns einfach darauf an. Weitere Informationen zum Sicca Syndrom und unseren Sondersprechstunden haben wir unter Behandlungen für Sie zusammengestellt.

 

 

Schadet LED-Licht unseren Augen?

LED-Licht begegnet uns im alltäglichen Leben inzwischen überall und ist zu einem ständigen Begleiter geworden. Kein Wunder, gelten sie doch als besonders umweltfreundlich und lösten die klassische Glühbirne ab. Doch inzwischen mehren sich die Zweifel, ob LEDs wirklich so unbedenklich sind.

 

Was ist LED-Licht?

LED ist eine Abkürzung für lichtemittierende Diode und weist im Spektrum der Wellenlängen einen deutlichen Peak im blauen Bereich (400 bis 480 Nanometer) auf. Natürliches LIcht hingegen ist über das gesamte Spektrum verteilt.

 

Ein ernstes Problem für unsere Sehkraft?

Bisher war bekannt, dass der stete Blick auf Handy- oder Laptop-Displays am Abend zu Schlafstörungen führen kann. Das hierbei auftretende blaue Licht der Display LEDs lässt den Melatonin Spiegel im Körper sinken. Dieser ist dafür verantwortlich, dass wir uns müde fühlen und rechtzeitig zu Bett gehen. Durch die Handynutzung unmittelbar vor dem Schlafengehen werden wir wieder munter und fühlen uns wach, obwohl der Körper dringend seine Ruhephasen benötigt. Die Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus ist gesundheitlich problematisch und kann zu Spätfolgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Aber speziell für unsere Augen bedeutet das blaue Licht der Displays ein viel unmittelbareres Problem: Licht dieser Wellenlänge ist besonders energiereich und trifft nahezu ungefiltert auf unsere Netzhaut. Dort entstehen durch fotochemische Prozesse freie Radikale, die Proteine und Lipide in den Sehzellen schädigen und letztlich deren Absterben verursachen.

 

Was genau passiert hierbei in unserer Netzhaut?

In der Retina gibt es verschiedene Fotorezeptoren: Die Zapfen sind für das Farbensehen und die Stäbchen für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich. In den Stäbchen finden wir Retinal als Bestandteil des Rhodopsins. Ohne dieses Sehpigment wäre die Wahrnehmung optischer Reize nicht möglich. Forscher von der US-amerikanischen University of Toledo haben herausgefunden, dass durch Bestrahlung von Retinal mit blauem Licht bei den natürlichen fotochemischen Prozessen auch toxische Stoffe freigesetzt werden, die dann zum Zelltod führen.

Normalerweise schützt das Alpha Tocopherol, ein Vitamin E-Derivat und natürliches Antioxidans, das im Auge vorkommt, vor diesem Zerfall. Zusätzlich wirken auch Karotinoide in der Makula wie ein Blaulichtfilter in der Netzhaut. Bei älteren Menschen oder Patienten mit schwachem Immunsystem verliert sich aber dieser Schutz. Stellt sich natürlich auch die Frage, ob intensive Blaulicht-Nutzung eventuell für die Entstehung der Altersbedingten Makulageneration (AMD) verantwortlich ist oder diese zumindest begünstigt. Weitere Forschungsergebnisse werden uns hier sicherlich mit der Zeit Aufschluss darüber geben können.

 

Welche Maßnahmen können wir ergreifen?

Man sollte auf jeden Fall warmweiße LEDs, die einen höheren Gelbanteil aufweisen, nutzen. Darüber hinaus gibt es seit einiger Zeit auch sogenannte Retro LEDs im Gewand der klassischen Glühbirne. Diese Leuchtmittel weisen eine orange Beschichtung auf und sorgen somit für ein gemütlicheres und angenehmeres Licht für unsere Augen.

Besonders vermeiden sollten man aber bei Dunkelheit fernzusehen oder aufs Handydisplay zu starren, da unsere Pupillen dann weit gestellt sind und mehr blaues Licht beim Fixieren des Bildschirms auf die Retina trifft. Also gilt: Fernsehen nicht im abgedunkelten Raum, sondern lieber noch eine zusätzliche Lichtquelle nutzen.

Bei den meisten Geräten kann man den Blaulichtanteil herunterregeln, indem man zum Beispiel den Nachtmodus im Gerät aktiviert oder zumindest die Lichtintensität drosselt. Spezielle Apps können hier weiterhelfen.

Wer berufsbedingt viel am Bildschirm arbeitet, sollte häufig blinzeln und zwischendurch bewusst in die Ferne schauen. Das entlastet und hilft zusätzlich auch gegen trockene Augen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zu einer speziellen Brille mit Gelbtönung greifen, die den Blaulichtanteil herausfiltert.

Im Allgemeinen gilt, ab dem 40. Lebensjahr sollte man zur AMD Vorsorge regelmäßig einen Augenarzt aufsuchen.

Für Patienten mit Grauem Star, deren eigene Linse bei einer Katarakt-Operation durch eine künstliche intraokulare Linse ersetzt wird, stehen besondere Premium-Linsen mit Blaulichtfilter zur Verfügung. Das Team von Augenblick Rheinland berät Sie gerne und hilft Ihnen bei der Entscheidung, welche Linse für Sie als Patient in Frage kommt, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen und ein Leben ohne Brille zu genießen.

Und wie schützen wir unsere Kinder, die mit der Handynutzung groß werden? Eigentlich ganz einfach: Begrenzen wir die Naharbeit am Bildschirm (Handy-Nutzung, Fernsehen, Spielekonsole etc.) auf maximal 30 Wochenstunden und animieren sie, mehr Zeit im Freien zu verbringen. Nicht nur, aber auch zum Wohle ihrer Augen!

 

Wer einiges nochmal detaillierter nachlesen möchten, dem empfehlen wir folgende Artikel:

https://www.spektrum.de/news/warum-blaues-licht-den-augen-schadet/1584090

https://www.allgemeine-zeitung.de/panorama/leben-und-wissen/augen-in-not_18970898

 

Ein interessantes Video zu diesem Thema bietet das Erste:

https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/ndr/led-lampen-licht-augen-100.html

 

 

Office-Eye-Syndrom

⇒Ursache        ⇒Folgen      ⇒Behandlung      ⇒Fazit

 

Wenigen ist klar, dass Bildschirmarbeit von unseren Augen Höchstleistung verlangt. Und in nicht wenigen Fällen macht sich das auch bemerkbar, zum Beispiel durch Juckreiz, Fremdkörpergefühl und Brennen. Hier spricht man inzwischen vom Office-Eye-Syndrom, also dem Büroaugen-Syndrom.

 

Ursache

Im Normalfall blinzeln wir etwa 15mal in der Minute. Starren wir allerdings konzentriert auf den Bildschirm, höchstens 7mal. Durch den verminderten Lidschlag trocknen unsere Augen aus; denn beim Blinzeln wird der Tränenfilm immer wieder gleichmäßig auf der Oberfläche unserer Augen verteilt. Dieser Tränenfilm befeuchtet nicht nur die Augenoberfläche, sondern versorgt sie mit Nährstoffen und Sauerstoff. Außerdem bildet er eine natürliche Schutzschicht gegenüber Bakterien und Fremdkörper können einfach ausgespült werden.

Zusätzlich reizt die trockene Heizungsluft oder die Klimaanlage im Büro unsere Augen und lässt den schützenden Tränenfilm noch schneller verdunsten.

 

Folgen

Trockene Augen jucken, brennen und ermüden schneller. Darüber hinaus macht ein ständiges Fremdkörpergefühl Patienten zu schaffen. Da die schützende Schicht angegriffen ist, kann es auch leichter zu Infektionen, wie zum Beispiel Bindehautentzündungen, kommen.

 

Behandlung

Einige Maßnahmen kann der Patient selbst, auch vorbeugend, ergreifen.

Der Bildschirm sollte mindestens einen Abstand von 50-80 cm haben und etwas tiefer stehen, so dass man leicht nach unten schauen muss.

Unsere Augen brauchen immer wieder wenigstens kurze Entspannung, wenn wir den ganzen Tag über Höchstleistungen von ihnen verlangen. Zum Beispiel können Blinzelübungen am PC helfen. Immer wieder mal den Blick in die Ferne oder wenigstens durch den Raum schweifen zu lassen, entspannt die Augen ebenfalls. Gute Erfolge erzielt man auch mit dem sogenannten Palmieren (palm engl. = Handfläche). Hierzu erwärmt man die Handinnenflächen kurz durch aneinander reiben und legt sie dann leicht auf die geschlossenen Augenlider. Zwei wohltuende Effekte kommen dabei zusammen: Sowohl die Wärme als auch die Dunkelheit beruhigt gestresste Augen.

Grundsätzlich hilft ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und viel Bewegung an der frischen Luft bei trockenen Augen. Zusätzlich bringen künstliche Tränen Linderung.

Manchmal sind die Beschwerden aber so ausgeprägt, dass intensivere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Im Rahmen unserer Sondersprechstunden bieten wir daher den Service einer Lidreinigung und Pflege an. Unsere extra geschulten Mitarbeiter betreuen unsere Patienten und sorgen dafür, dass die Augen gepflegt und gereinigt werden. Vor der Behandlung steht immer eine genaue Untersuchung der Lider. Dann wird gemeinsam mit den Patienten entschieden, welche Lidpflege in jedem speziellen Fall in Frage kommt.

 

Fazit

Das sogenannte Office-Eye-Syndrom gehört zu den Erkrankungen unserer modernen Zeit, die immer mehr von ermüdender Bildschirmarbeit geprägt ist. Oft reichen eigene Maßnahmen, wie Blinzelübungen und palmieren schon aus, um Linderung zu erzielen. Sollten die Beschwerden schwerwiegender sein, raten wir unseren Patienten zu einer medizinischen Lidpflege.

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