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Wissenwertes

Auf dieser Seite möchten wir Sie mit kleinen Artikeln rund um eines unserer wichtigsten Sinne auf dem Laufenden halten. Hier wird es nicht nur um bekannte Erkrankungen und deren Behandlungsmethoden oder um die neuesten Entwicklungen in der Augenheilkunde gehen. Auch um viele andere Fragen, die uns zum Thema "Sehen" und "Augen" beschäftigen.

Selbstverständlich geben unsere Artikel nur allgemeine Hinweise und Informationen. Sie ersetzen in keinem Fall einen Besuch bei einem Facharzt.

Assistenzhunde im Einsatz – Blindes Vertrauen?

⇒Besondere Fähigkeiten nutzen
⇒Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund
⇒Rollenverteilung
⇒Ausbildung
⇒Voraussetzungen für einen Assistenzhund
⇒Besondere Rechte
⇒Fazit

 

Hin und wieder sieht man auf den Straßen sehbehinderte Menschen, mit speziell ausgebildeten Assistenzhunden an ihrer Seite, erkennbar am weißen Geschirr der Hunde. Es dient der Verkehrssicherheit und fordert alle Teilnehmer im Straßenverkehr auf, besondere Rücksicht zu nehmen. Die Einheit zwischen Mensch und Hund wird Führgespann genannt. Hierbei ist der Mensch derjenige, der die Orientierung und Kontrolle behalten muss. Der Hund an seiner Seite benötigt konkrete, unmissverständliche Kommandos– Hörzeichen genannt -, um den Sehbehinderten zu führen. Auch hier zeigt sich, dass dieses Gespann harmonisch zusammenarbeiten muss; denn der Mensch muss sich ganz der Führung des Hundes überlassen.

 

Besondere Fähigkeiten zunutze machen

Blindenhunde helfen sehbehinderten Menschen nicht nur, sich in gewohnter und bekannter Umgebung zurechtzufinden, sondern sich auch in völlig fremden Terrain zu bewegen. Durch den Einsatz dieser Assistenzhunde bekommen blinde Menschen ein Stück Lebensqualität zurück; denn sie gewinnen wieder an Mobilität und Selbstständigkeit. Etwa 1-2% aller Blinden in Deutschland besitzen einen Assistenzhund. Schon im Mittelalter wusste man um die besondere Beziehung, die Mensch und Hund eingehen können, und welche Fähigkeiten man sich hierbei zunutze machen kann. Auch hier gibt es schon Quellen, die berichten von Hunden, die für den blinden Besitzer unverzichtbar waren. Aber der erste nachweislich speziell ausgebildete Assistenzhund ging 1916 an einen im Krieg erblindeten Soldaten. Trotzdem dauerte es noch eine Weile, bis Blindenhunde immer mehr an Bedeutung gewannen. Inzwischen gibt es zwar viele andere Hilfsmittel, die sehbehinderten Menschen eine Orientierung im Straßenverkehr erleichtern können, aber ein Blindenhund kann eben auch viel mehr. Auf Kommando findet er zum Beispiel Straßenüberquerungen, Türen oder auch freie Sitze im ÖPNV. Da sich Hunde Wege sehr gut einprägen können, reicht dann schon das Hörzeichen „Supermarkt“ oder „Schwimmbad“, damit der Führhund seinen Besitzer eigenständig zu diesem Ziel leitet. Allen Hindernissen im Straßenverkehr wird ausgewichen, sogar Pfützen. Gut ausgebildete Führhunde beachten aber nicht nur Hindernisse auf dem Boden, sondern auch in Kopfhöhe, wie zum Beispiel Markisen, damit sich der Besitzer nicht den Kopf anschlägt. Auch Hindernisse in Brusthöhe, wie zum Beispiel Absperrketten, stellen für den Hund selbst zwar keine Einschränkung dar, müssen aber von ihm wahrgenommen werden.

Ein Führhund lernt aber auch in seiner Ausbildung, sich Kommandos zu widersetzen, wenn es zu Gefahrensituationen kommen kann. So wird ein Blindenhund nicht weitergehen, wenn das Gespann auf eine viel befahrene Straße trifft, auch wenn der Blinde das Kommando „vorwärts“ gegeben hat.

Wichtigste Fähigkeit des Blindenhundes ist die, die für den Betrachter so mühelos wirkt: das gradlinige Gehen. Es ist so überaus wichtig für den Sehbehinderten Menschen, damit er seine Orientierung nicht verliert. Und für den Hund so schwierig, weil er sich von Natur aus seine Welt erschnüffelt. Dafür muss er sich eigentlich mal nach links oder rechts wenden. Dieser natürliche Trieb muss dem Hund in der Führschule abtrainiert werden.

 

Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund

Wie genau das Zusammenspiel oder besser gesagt, die Zusammenarbeit, zwischen Hund und Mensch funktioniert, erklären wir am Beispiel vom Überqueren einer Straße:

An einer Ampelkreuzung kann die Situation noch recht einfach sein. Das Erreichen der Bordsteinkante zeigt der Hund an, indem er stehenbleibt. Aber das Ampellicht deuten kann er nicht.  Häufig gibt es inzwischen an Ampeln auch akustische Signale, die blinden Menschen angeben, ob die Ampel grün oder rot zeigt. Fehlen diese Signale, ist der Blinde vor allem auf sein Gehör angewiesen, um zu erkennen, ob ein Auto von links oder rechts kommt, und welche Straße gerade die Grünphase hat. Sollte der Sehbehinderte einmal versuchen die Fahrbahn zu überqueren, wenn sich doch ein Auto gefährlich nähert, wird der Hund reagieren, indem er stehen bleibt oder seinen Menschen sogar zurückdrängt. Um die richtige Reaktion zu erlernen, werden auch diese Gefahrensituationen in den Führschulen geübt und trainiert, sowohl mit dem Blindenhund als auch mit dem Menschen, der lernen muss die Körpersprache seines Hundes richtig zu deuten.

 

Wer ist hier das „Alphatier“?

Jeder, der einen Hund hat, weiß, das Tier muss sich im Gehorsam unterordnen. Kein Hund darf das Leittier des Rudels, also der Familie, sein. Beim Gespann ist es aber doch so, oder? Ja und nein. Der Hund ist, im wahrsten Sinne des Wortes, das Leittier, wenn er mit seinem Menschen unterwegs ist. Er führt und leitet ihn durch den Straßenverkehr. Ansonsten aber ist er dem Menschen genauso untergeordnet, wie alle anderen Hunde ihren Besitzern auch. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich dadurch erklären, dass der Hund beim Führen sein erlerntes Programm abspielt. Ein Programm, ausgelöst von den Hörzeichen, also Kommando, des Führenden. Wichtig ist, dass der Assistenzhund außerhalb dieses Programms, wie alle anderen Hunde auch, lernt, sich auf Kommando hinzulegen, aufzustehen oder liegen zu bleiben, wenn sein Mensch sich entfernt. So werden die Rollen für das Tier klar definiert. Auch hier sieht man, dass es kein einfaches Zusammenspiel ist, sondern immer wieder erarbeitet werden muss. Nicht nur der Hund muss das Vermögen zum Assistenzhund haben, auch der Mensch muss als Führender geeignet sein.

 

Ausbildung

Führhunde werden in der Regel nur nach Bedarf ausgebildet.

Aber nicht alle Hunde bringen die Voraussetzungen mit, zum Assistenzhund ausgebildet zu werden, daher werden sie bereits im Welpenalter auf ihre Eignung von Spezialisten getestet.

Bevorzugte Rassen sind Retriever, Golden Retriever, Deutsche Schäferhunde und Riesenschnauzer, aber auch Mischlinge können geeignet sein. Um als Assistenzhund fungieren zu können, also einen Menschen zu führen, sollte der Hund aber eine Schulterhöhe zwischen 50 cm und 65 cm haben.

Das erste Lebensjahr verbringen mögliche Kandidaten dann in sogenannten Patenfamilien. Hier werden sie sozialisiert, lernen grundsätzliche Befehle, werden aber zum Teil auch schon auf die kommenden Aufgaben vorbereitet. Außerdem werden die jungen Tiere genau beobachtet. Wie verhalten sie sich, zum Beispiel, in Stresssituationen, lernen sie schnell, sind sie grundsätzlich gehorsam und nicht aggressiv?

Die Ausbildung erfolgt im Anschluss daran in einer der 35 deutschlandweiten, speziellen Blindenführhundeschulen und dauert zwischen sechs und neun Monaten. Die Grundlage der Ausbildung sind Lob und Tadel. Keinesfalls darf mit übermäßigem Zwang oder Druck gearbeitet werden, da die Tiere sonst ängstlich oder gar aggressiv werden. Beides macht sie als Blindenhund in Folge unbrauchbar. Auch nach der eigentlichen Ausbildung müssen die erforderlichen Hörzeichen immer wieder nachgearbeitet werden. Ein Hund könnte bestimmte Kommandos vergessen, weil bisher im Alltag keine Verwendung dafür war oder weil er einen bestimmten Befehl mit einem speziellen Ort verknüpft, da er dieses Hörzeichen nur dort bekommt. Dann würde der Führhund an anderer Stelle mit diesem Kommando falsch reagieren.

Am Ende der Führhundausbildung findet ein Einweisungslehrgang statt, zunächst auf dem Gelände der Führhundschule, um erst einmal die Grundlagen für die Zusammenarbeit zu legen. Später dann in der Wohn- und Arbeitsumgebung des Halters und schließlich auch in ganz unbekanntem Terrain.

Im Anschluss an diese Einweisung erfolgt die Gespannprüfung. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass nicht der Führende geprüft wird, also der blinde oder sehbehinderte Mensch, sondern ob die Führhundschule gute Arbeit geleistet und Hund und Mensch zum perfekten Team ausgebildet hat.

Die Kosten der Ausbildung liegen zwischen 20.000 und 30.000 Euro, werden aber meist von den Krankenkassen übernommen.

Wichtig ist und bleibt die enge Beziehung zwischen Hund und Mensch. Beide müssen einander vertrauen und ganz aufeinander abgestimmt sein. Gerade im ersten Jahr des Gespanns wird diese Vertrauensbasis aufgebaut. Aber auch danach bleibt es immer wieder ein wichtiger Bestandteil, an dieser engen Bindung zu arbeiten. Ein lebenslanges Training ist also erforderlich.

 

Voraussetzungen für einen Assistenzhund

Blinde, also Menschen mit einem Sehvermögen unter 2%, und stark sehbehinderte Menschen mit unter 5 % Sehvermögen, haben Anspruch auf einen Blindenhund.

Hat man sich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden, können aber bis zu 2 Jahre vergehen, bis das Gespann zusammenkommt; denn die Assistenzhunde werden nach Bedarf ausgebildet.

Um alle wichtigen Fragen vorab zu klären, sollte man sich auf jeden Fall eingehend beraten lassen. Die nächstgelegenen Blinden-und Sehbehindertenvereine können hier genauso, wie bei der Auswahl der Führhundeschule, helfen.

 

Besondere Rechte

Assistenzhunde sind besondere Tiere mit besonderen Rechten. Ein Blindenhund hat meist auch da Zutrittsrecht, wo eigentlich keine Hunde erlaubt sind, da sie für den Besitzer unentbehrlich sind. Das gilt zum Beispiel auch für Supermärkte und Restaurants. Auch wenn im Mietvertrag das Halten von Haustieren nicht gestattet ist, kann der Vermieter sich nur in ganz seltenen Fällen und mit ausgesprochen guten Gründen gegen einen Blindenhund aussprechen. Im ÖPNV werden Blindenhunde bei Vorlage des Schwerbehindertenausweises kostenfrei befördert und Hundesteuer zahlt man in der Regel auch nicht. Angemeldet sein muss der Führhund aber; denn auch er braucht eine Steuermarke.

 

Fazit

Assistenzhunde für blinde und stark sehbehindere Menschen sind ein wichtiger Bestandteil für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben mit mehr Mobilität. Aber was häufig so mühelos und unbeschwert aussieht, erfordert eine lange Ausbildung und ständiges Training von beiden Seiten. Der Aufwand lohnt sich dennoch in mehrfacher Hinsicht, schließlich bekommt man nicht nur ein „Navigationsgerät“, sondern vielmehr einen treuen Begleiter.

Für weiterführende Informationen empfehlen wir die Broschüre des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V.

 

Quellen

Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverein e.V.

§ 39a des Bundesbehindertengesetzes (BBG), Fassung vom 09.01.2020

 


Iris Heterochromie

⇒Ursachen
⇒Erscheinungsformen
⇒Heterochromie als Symptom anderer Erkrankungen
⇒Fazit

 

Sehr selten sieht man Menschen, oder häufiger noch Tiere, mit zwei unterschiedlich gefärbten Augen. Bei dieser sogenannten Iris Heterochromie handelt es sich meist um eine Laune der Natur. Bei ungefähr 1% der Weltbevölkerung trifft man auf dieses Phänomen. In Amerika gibt es zwar auch nicht mehr Betroffene, dafür aber einen eigenen Feiertag, den National Different Colored Eyes Day, am 12. Juli.

 

Wie kommt es zu einer Iris Heterochromie?

Die Augenfarbe eines Menschen ist genetisch festgelegt. Die Einlagerung des braunfärbenden Melanins in der Iris bestimmt die Augenfarbe. Das bedeutet, wenn wenig Melanin vorhanden ist, hat man blaue Augen, bei hoher Pigmentierung braune. Und wieviel Melanin produziert wird, legt unser Erbmaterial fest.  Sind die Augen verschiedenfarbig, ist die Ablagerung des Pigments also unterschiedlich hoch.

 

Erscheinungsformen

Man unterscheidet drei verschiedenen Hauptformen:

Bei der vollständigen Heterochromie sind beide Augen komplett unterschiedlich gefärbt, während bei der sektoriellen und der zentralen Iris Heterochromie nur ein Teil der Regenbogenhaut eine andere Farbe aufweist. Letztere tritt am häufigsten auf. Hier zeigt sich direkt an der Pupille ein schmaler Ring in einer anderen Farbe. Bei der sektoriellen Iris-Heterochromie ist hingegen häufig nur ein kleiner Fleck erkennbar.

 

Ist eine Iris Heterochromie gefährlich?

Eine Heterochromie ist normalerweise ungefährlich und das Sehvermögen nicht eingeschränkt. Allerdings sind erworbene Heterochromien fast immer das Symptom einer anderen Erkrankung.

So ist die Fuchs Heterochrome Iridozyklitis, oder Fuchs-Syndrom-III genannt, eine chronische Entzündung der Iris und des Ziliarkörpers, die zum Grauen Star führen kann. Durch die andauernde Entzündung wirkt die betroffene Iris durchscheinender. Die Ursachen sind bisher nicht abgeklärt.

Auch können Infektionen mit Borrelien oder Herpesviren das Pigmentepithel einseitig schädigen und somit zu einer Heterochromie führen.

Es gibt darüber hinaus noch einige Erbkrankheiten, die genetisch mit den unterschiedlich gefärbten Augen verbunden sind.

Bei der einseitigen Melanosis iridis, zum Beispiel, ist eine Iris so stark pigmentiert, dass sie fast schwarz erscheint.

Das Waardenberg-Syndrom ist ebenfalls eine erbliche Erkrankung, die meist von Innenohr-Schwerhörigkeit, anormal geformten Gesichtspartien und anderen Pigmentstörungen begleitet wird.

 

Fazit

Eine Iris Heterochromie tritt bei Menschen sehr selten auf und ist meist einfach eine Laune der Natur. Verändert sich die Augenfarbe allerdings, sollte man andere Erkrankungen, die mit Heterochromie verbunden sein können, unbedingt durch einen Facharzt abklären lassen.

 


 

Spaltlampen-Untersuchung

⇒Welche Krankheiten können diagnostiziert werden?
⇒Ablauf der Untersuchung
⇒Fazit

 

Das Spaltlampen-Mikroskop wurde 1910 vom schwedischen Arzt und Nobelpreisträger Allvar Gullstrand erfunden und zählt zu den wichtigsten Instrumenten in der Augenheilkunde. Seinen Namen verdankt es dem spaltförmigen, gebündelten Lichtstrahl, der durch eine am Mikroskop angebrachte, drehbare Lichtquelle hervorgebracht wird. Diese ermöglicht es dem Augenarzt, sowohl den vorderen Bereich des Auges als auch den Augenhintergrund bei 6- bis 40-facher Vergrößerung eingehend zu untersuchen. So können viele Augenkrankheiten bereits frühzeitig erkannt werden. Die Untersuchung selbst ist unkompliziert und schmerzlos. Daher zählt eine Untersuchung mit dem Spaltlampen-Mikroskop zu den Routine-Untersuchungen, die bei fast jedem Augenarzt-Termin durchgeführt werden. Meist sind auch noch weitere Geräte angebracht. Eine Kamera, zum Beispiel, dokumentiert die Untersuchungsergebnisse, ein Applanationstonometer ermöglicht das Messen des Augeninnendrucks und ein kleiner Laser erlaubt sogar kleine, chirurgische Eingriffe.

 

Welche Krankheiten können diagnostiziert werden?

Die Liste, der Augenerkrankungen, die mit Hilfe eines Spaltlampen-Mikroskops diagnostiziert werden können, ist lang und ergibt sich schon durch die vielen Bereiche, die hier genau betrachtet werden können. Zum Beispiel werden Verletzungen der Hornhaut erkannt, Fremdkörper entfernt und kleinste Einblutungen in Hornhaut, Bindehaut oder Netzhaut werden sichtbar. Die Eintrübung der Augenlinse kann nachgewiesen werden (Grauer Star), die Kammerwassermenge und deren Abfluss wird überprüft. So können sich Hinweise auf ein Glaukom ergeben, die dann mithilfe des Augeninnendrucks verifiziert werden. Da auch die Retina (Netzhaut) bei weitgestellter Pupille genauestens untersucht werden kann, hat der untersuchende Facharzt die Möglichkeit, frühzeitig eine Makuladegeneration zu erkennen. Auch eine beginnende Netzhautablösung oder eine krankhafte Veränderung des Sehnervkopfes wird sichtbar.

 

Ablauf einer Spaltlampen-Untersuchung

Bei einer Spaltlampen-Untersuchung sitzen sich Patient und untersuchender Arzt gegenüber. Der Patient legt seinen Kopf auf eine gepolsterte Kinn- und Stirnstütze, die unbewusste Kopfbewegungen verhindert und stabilisiert.  Der Augenarzt blickt dann durch ein binokulares Mikroskop und betrachtet mithilfe der drehbaren Lichtquelle zunächst den vorderen Augenabschnitt mit Hornhaut, Iris, Linse und Augenkammern. Danach richtet er sein Augenmerk auf den Glaskörper und schließlich auf den Augenhintergrund mit Netzhaut, Makula und Sehnervkopf. Das Auge würde unter normalen Umständen auf den starken Lichteinfall reagieren, indem sich die Pupille zusammenzieht. Dann wäre allerdings eine Untersuchung des Augenhintergrunds nicht möglich. Um diesen ringförmigen Muskel lahmzulegen, werden dem Patienten vorab Augentropfen (Mydriatikum) zur Pupillenerweiterung (Mydriasis) verabreicht. Diese Tropfen können ein leichtes Brennen verursachen und die Wirkung hält auch nach der Untersuchung einige Stunden an. Der Patient ist noch einige Zeit blendempfindlich und sieht leicht verschwommen. Die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr ist daher für diesen Zeitraum nicht mehr gegeben.

 

Fazit

Eine Spaltlampen-Untersuchung gehört zu den Routine-Untersuchungen in der Augenheilkunde. Mithilfe dieses speziellen Mikroskops können viele Augenerkrankungen frühzeitig erkannt werden. Die Untersuchung ist schmerzfrei, erdordert vorab aber häufig eine Medikamentengabe ins Auge mittels Augentropfen, um die Pupille weit zu stellen, damit auch der Augenhintergrund betrachtet werden kann. Nach einigen Stunden lässt die Wirkung vollständig nach. Das Spaltlampen-Mikroskop gewährt dem behandelnden Arzt also einen tiefen Blick in unsere Augen und ist damit in der Augenheilkunde ein wertvolles Instrument.

 


Die Wahrheit über unsere emotionalen Tränen

⇒Warum wir weinen
⇒Geschlechtsspezifische Unterschiede
⇒Und nach den Tränen?
⇒Fazit

 

Die Tränendrüsen produzieren permanent einen Tränenfilm, der unser Auge mit Nächstoffen versorgt und es vor dem Austrocknen schützt. Mit jedem Lidschlag wird dieser Tränenfilm gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilt und sorgt in seiner Zusammensetzung auch für die optimale Lichtbrechung.

Ist die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört, kommt es zum sogenannten Sicca-Syndrom, dem trockenen Auge. Das trockene Auge ist eine weltweit sehr verbreitete Augenerkrankung. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 30% aller Patienten einer Augenarztpraxis von dieser Erkrankung im Laufe ihres Lebens betroffen sind. Typische Symptome sind zum Beispiel Augenrötung, Brennen, Fremdkörpergefühl, müde Augen und geschwollene Augenlider. Und obwohl es widersprüchlich klingt, häufig tränen die Augen besonders stark. Aber diese Tränen benetzen das Auge aufgrund der Zusammensetzung nicht ausreichend und bilden nicht den schützenden Film auf der Augenoberfläche. Ebenso wenig, wie unsere emotionalen Tränen, auf die wir in diesem Artikel mal einen besonderen Blick werfen.

Manchmal nämlich produzieren unsere Augen schlagartig so viel Tränenflüssigkeit, dass sie in gewisser Weise überlaufen und in Form dicker Tränen die Wangen hinunterkullert. Der Mensch gilt als einziges Säugetier, das aufgrund von Emotionen wie Trauer, Wut, aber auch Freude, Tränen vergießen kann.

Knapp 100 Liter Tränenflüssigkeit verlieren wir auf diese Weise in unserem Leben. Und dieser emotionale Ausdruck ist Schwerstarbeit, denn wenn die Tränen fließen reagiert der ganze Körper: die Atmung beschleunigt sich, der Blutdruck steigt und das Herz rast.

 

Aber warum weinen wir?

Dazu gibt es zwei unterschiedliche Erklärungsversuche:

 

Die soziale Komponente

Hier sehen wir Weinen als eine sehr ursprüngliche Form der Kommunikation und der sozialen Interaktion. Die vergossenen Tränen sollen in unserem Umfeld Fürsorge wecken und stellen im Prinzip einen Hilferuf dar.

Die physische bzw. psychische Komponente

Weinen ist ein Verarbeitungsprozess und dient als Schutzreaktion des Körpers, damit er mit emotionalem Stress besser umgehen und ihn leichter bewältigen kann.

Augenärzte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft haben deutliche Unterschiede bei Männern und Frauen festgestellt. So weinen Männer durchschnittlich bis zu 17-mal pro Jahr, Frauen hingegen im gleichen Zeitraum 64-mal. Männer haben sich das Weinen in gewisser Weise abtrainiert, da dieser Ausbruch der Emotionen nach wie vor als schwach und unmännlich gilt.

 

Unterschiede zwischen Frau und Mann - auch bei Tränen

 

Auch die Gründe, weshalb Frauen und Männer in Tränen ausbrechen sind sehr verschieden. Frauen weinen häufig bei Verlust oder auch in Konfliktsituationen, während Männer eher aus Empathie oder bei Trennungen Tränen vergießen.

Die Zusammensetzung der emotionalen Tränen unterscheidet sich ebenfalls deutlich zum normalen Tränenfilm. Emotionale Tränen enthalten beispielsweise eine größere Menge an Hormonen sowie an Botenstoffen, die der Körper unter Stress produziert.

 

Nach den Tränen

 

Nach einem Tränenausbruch fühlen wir uns häufig ausgelaugt und leiden unter Kopfschmerzen, die wahrscheinlich auf die Anspannung zurückzuführen sind, aber so genau weiß man das noch nicht. Ein entspannender Spaziergang an der frischen Luft kann Wunder wirken. Meist hilft das auch, die Gedanken zu sortieren und Glückshormone wieder ansteigen zu lassen.

Geschwollene Augenlider sind ebenso häufig eine Begleiterscheinung. Hier hilft es die Augen mit Pads, gekühlten Teelöffeln oder einer Augenmaske zu kühlen.

Schwarzer Tee kann, äußerlich angewendet, auch helfen. Hierzu die Teebeutel in lauwarmem Wasser ca. 30 Sek. ziehen lassen und einige Minuten auf die geschlossenen Lider legen.

 

Fazit

 

Grundsätzlich kann Weinen erleichternd wirken. Es hilft Stress abzubauen und gehört zur Trauerbewältigung einfach zu. Tränen zu unterdrücken wirkt sich eher negativ als positiv aus. Aber häufiges, grundloses Weinen schadet der Seele zu sehr und kann auch ein Anzeichen für eine Depression sein.

 


Netzhautablösung

Ursachen
Symptome   
Therapie   
Fazit   

 

 

Bei einer Netzhautablösung (Ablatio retinae) löst sich die Retina von der darunterliegenden Pigmentepithelschicht. Die Pigmentepithelschicht liegt zwischen Netzhaut und Aderhaut und versorgt die Sinneszellen der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen. Ist diese Zufuhr gestört, sterben die Fotorezeptoren in Folge ab und der Betroffene erblindet.  Daher handelt es sich bei einer Netzhautablösung unbedingt um einen medizinischen Notfall!

 

Ursachen

 

Eine Netzhautablösung ist relativ selten und betrifft meist ältere Menschen. Man unterscheidet zwischen drei unterschiedlichen Formen.

 

Rhegmatogene Netzhautablösung

Hier wird die Netzhautablösung durch einen Riss verursacht.
Der Glaskörper gibt dem Auge seine Form und besteht aus einer gallertartigen Masse mit viel Wasser. Im Alter aber schrumpft dieser Glaskörper und die daran anhaftende Netzhaut kann in Folge einreißen. Durch dieses neu entstandene Loch kann nun Flüssigkeit eindringen und die Netzhaut von der Pigmentepithelschicht abheben. Patienten nach einer Katarakt OP und stark kurzsichtige Patienten haben ein deutlich höheres Risiko an einer solchen Art der Netzhautablösung zu erkranken.
Eine andere Ursache für eine Rissbildung in der Netzhaut sind Schläge auf das Auge (traumatisch bedingter Netzhautriss).

 

Traktive Netzhautablösung

Diese Form der Netzhautablösung geschieht durch vernarbtes Netzhaut- oder Glaskörpergewebe. Das vernarbte Gewebe verkürzt sich und übt so eine Zugwirkung auf die Retina aus., die dann in Folge einreißen kann.
Diabetiker haben ein höheres Risiko für eine traktive Netzhautablösung, vor allem, wenn sie an Diabetischer Retinopathie erkrankt sind. Treten über einen längeren Zeitraum hinweg zu hohe Blutzuckerwerte auf, sammeln sich Eiweißstoffe und Fette in den Gefäßwänden an. Diese Verdickungen machen die Gefäße brüchig. Außerdem kommt es zu kleinen Aneurysmen, die platzen können. Die Einblutungen und daraus resultierenden Narbenbildung können dann zur Ablösung der Netzhaut führen.

 

Exsudative Netzhautablösung

Hier erfolgt der Flüssigkeitseintritt nicht über die Netzhaut selbst, sondern aus den Gefäßen der unter der Pigmentepithelschicht liegenden Aderhaut. Ursächlich sind hier in der Regel Entzündungen am Auge, seltener auch Tumore. Die eintretende Flüssigkeit legt sich zwischen Retina und Epithelschicht und hebt hierbei die Netzhaut bis zur völligen Ablösung an.

 

Symptome

 

Bei allen Formen der Netzhautablösung sind die Symptome gleich. Meist nimmt der Betroffene zu Beginn Lichtblitze, schwarze Pünktchen oder Nebelschwaden wahr. Schließlich scheint sich ein dunkler Vorhang über das Gesichtsfeld zu schieben. Sobald die ersten Symptome auftreten, muss man unbedingt einen Augenarzt aufsuchen, damit der Facharzt schnellstmöglich operativ eingreifen kann.

 

Therapie

 

Bei einer Netzhautablösung muss sofort gehandelt werden, da sonst Erblindung droht. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich.

Diagnostiziert der Facharzt einen Riss oder ein Loch in der Netzhaut, kann meist mit einem Laser die betroffene Selle behandelt werden. Das Gewebe vernarbt an der Stelle, eine Ablösung kann so aber verhindert werden.

Bei einer bereits erfolgten Ablösung der Retina kann nur ein erfahrener Augenchirurg bei einem operativen Eingriff versuchen, die Netzhaut wieder zu fixieren. Hierbei handelt es sich um eine sehr anspruchsvolle Operation.

 

Fazit

 

Die Netzhaut (Retina) liegt direkt dem Pigmentepithel auf und ist normalerweise durch die Pumpleistung des Epithels und der Verzahnung von Stäbchen und Zapfen fest mit diesem verbunden. Wird die feste Verbindung z.B. durch Eindringen von Flüssigkeit bei Gefäßverletzungen gestört, kommt es zu einer Ablösung der Netzhaut. Auffällig wird die akute Erkrankung durch das plötzliche Auftreten von schwarzen und roten Punkten und ein eingeengtes Gesichtsfeld. Eine Netzhautablösung muss umgehend operativ behandelt werden.

Für Patienten mit Risikofaktoren wie z.B. Diabetes, starke Kurzsichtigkeit oder familiärer Häufung von Netzhautablösung ist eine regelmäßige Kontrolle der Retina überaus wichtig.

 

Quellen

https://augeninfo.de/cms/hauptmenu/augenheilkunde/blick-durch-erkrankte-augen/netzhautabloesung.html

 


 

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