Glaukom2022-05-17T14:32:52+02:00

Glaukom (Grüner Star)

Glaukom, auch Grüner Star genannt, ist ein Sammelbegriff für Augenerkrankungen, die den Sehnerv schädigen und unbehandelt sogar zur Erblindung führen können. Hervorgerufen werden Glaukome durch erhöhten Augeninnendruck und/oder mangelnde Durchblutung des Sehnervs.

Der normale Augeninnendruck liegt bei Werten von 10 bis 21 mmHg. Man schätzt, dass etwa rund 2 von 100 Menschen über 40 Jahre in den Industrienationen von einem Glaukom betroffen sind. Wir erläutern Ihnen die verschiedenen Glaukom-Arten und informieren Sie über Ursachen, Risikofaktoren und Therapiemöglichkeiten:

Grüner Star Früherkennung

Symptome, wie zum Beispiel Sehminderung durch Einengen des Gesichtsfeldes, treten beim Grünen Star erst spät auf. Bereits aufgetretene Sehstörungen können leider nicht mehr behoben werden. Der Augenarzt kann aber ein Fortschreiten verhindern. Daher ist die Früherkennung ab 40 Jahren beim Glaukom sehr wichtig. Glaukom-Früherkennung als entscheidende Maßnahme zur Erhaltung des Sehvermögens gehört allerdings nicht zu den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen. Sie wird aber natürlich als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) bei Augenblick Rheinland angeboten. Liegt ein Glaukom vor, werden die Kosten aller Basisuntersuchungen und Behandlungsmaßnahmen von den Krankenkassen übernommen.

Wenn der Augeninnendruck im Normbereich liegt und der Sehnerv keine Auffälligkeiten aufzeigt, reicht eine Kontrolle des Drucks alle ein bis maximal zwei Jahre.

Außerdem kann der Augenarzt mittels Spiegelung des Augenhintergrunds durch die Pupille hindurch den Sehnervkopf beurteilen. Bei mutmaßlichem Glaukom wird des Weiteren das Gesichtsfeld überprüft. Um den Sehnervkopf dreidimensional zu erfassen und Veränderungen der Sehnervenfasern frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls den Verlauf der Erkrankung zu dokumentieren, stehen verschiedene Untersuchungsmethoden der Lasertechnologie zur Verfügung. Bei der optischen Kohärenztomografie (OCT) werden hochauflösende Schnittbilder der Netzhaut angefertigt. Die Dicke der Netzhaut, und vor allem die für Glaukom maßgebliche Nervenfaserschichtdicke, kann in einzelnen Schichten vermessen werden und damit feinste Unterschiede erkennbar machen.

Therapiemöglichkeiten

Der Grüne Star ist in der Regel gut mit Medikamenten zu behandeln. Wichtig ist vor allem eine korrekte und regelmäßige Einnahme der verordneten Augentropfen, um erfolgreich den Augeninnendruck zu senken.

Sollte eine medikamentöse Therapie nicht ausreichen, kann mittels Laserbehandlung eingegriffen werden, um den Abfluss des Kammerwassers zu erleichtern. Darüber hinaus kann, wenn eine Augeninnendrucksenkung durch Augentropfen nicht ausreichend oder die Behandlung nicht verträglich ist, und eine erfolgte Laserbehandlung ebenfalls keinen ausreichenden Effekt hatte, minimalinvasiv eingegriffen werden. Durch einen kleinen Schnitt können Stents gesetzt werden und somit in der Vorderkammer des Auges eine Art zusätzlichen Abfluss z.B. unter die Bindehaut, unter die Aderhaut oder in die Nähe der Sammelgefäße des Abflusssystems schaffen. Nur sehr selten scheitern auch diese minimalinvasiven Eingriffe und machen eine große Glaukomoperation, z.B. eine Trabekulektomie erforderlich. In diesem Fall wird unter der Bindehaut ein neuer Abfluss und eine Filtrationszone geschaffen.

Bei sekundärem Glaukom ist eine etwas komplexere Behandlung nötig, da zunächst die genaue Ursache ermittelt werden muss.

Häufige Fragen zum Glaukom

Welche Symptome hat man bei Grüner Star?2022-02-15T09:13:48+01:00

Die Glaukom-Erkrankung – auffällig unauffällig: Das Tückische im Falle z.B. eines Offenwinkelglaukoms ist seine Unauffälligkeit. Besonders in der Frühphase bemerken Betroffene meist keinerlei Symptome, da das zentrale Sehen zunächst nicht beeinträchtigt ist. Man muss sogar davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der Offenwinkelglaukome nicht bekannt sind. Die Ausfälle des Gesichtsfeldes beginnen vom Rand aus und werden häufig durch unser Gehirn zunächst kompensiert. Erst nach und nach weiten sich die Einschränkungen zur Blickmitte hin aus und es kommt zu ersten Beeinträchtigungen bei der Orientierung. In diesem Stadium sind allerdings bereits die Nervenzellen irreversibel geschädigt. Auch ein Facharzt kann lediglich das Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

Anders verhält es sich bei einem Winkelblock oder auch Glaukomanfall genannt. Hier treten die Symptome plötzlich und heftig auf: starke Schmerzen, Rötung und Sehstörungen des betroffenen Auges. Begleiterscheinungen wie extreme Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen lassen betroffene Patienten zum Glück meist schnell einen Arzt aufsuchen, denn der Glaukomanfall ist ein medizinischer Notfall und nur ein rasches Eingreifen kann eine Erblindung verhindern.

Glaukom ohne erhöhten Augeninnendruck?2022-02-15T09:16:29+01:00

Als weitere Ursache für die Entwicklung eines Glaukoms wird eine mangelnde Durchblutung des Sehnervs vermutet. Patienten mit zu niedrigem Blutdruck, mit Schlafapnoe-Syndrom und/oder mit nächtlichen Blutdruckabfällen können am Glaukom erkranken, obwohl der Augeninnendruck im Normbereich liegt.

Inzwischen geht man davon aus, dass Normaldruckglaukome hierzulande fast die Hälfte aller primären Offenwinkelglaukome ausmachen. Die Nervenzellen werden nur unzureichend mit Sauerstoff sowie Nährstoffen versorgt und sterben in Folge ab. Auch Verletzungen, Entzündungen oder Gefäßerkrankungen  können ein Glaukom begünstigen.

Welche Glaukom-Arten gibt es?2022-02-15T09:17:27+01:00

So vielfältig wie die Ursachen eines Glaukoms, sind die Glaukom-Arten. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Glaukom-Arten. Das primäre Glaukom tritt spontan und ohne spezielle Ursache auf. 90% der Glaukome sind Offenwinkelglaukome. Sie entstehen also, obwohl der Kammerwinkel offen ist, durch ein direktes Abflussproblem im Trabekelmaschenwerk. Das sekundäre Glaukom entsteht hingegen als Folge einer anderen Erkrankung, wie zum Beispiel Entzündungen im Auge, Gefäßwucherungen im Kammerwinkel bei einer schweren Diabeteserkrankung oder Netzhaut-Venenthrombose.

Auch können Augenerkrankungen wie Kurzsichtigkeit oder anatomische Veränderungen am Auge ein Glaukom begünstigen. Verletzungen am Auge, die zu einer Verkleinerung des Kammerwinkels führen, sind ebenfalls ursächlich für den Grünen Star zu nennen. Ein fortgeschrittener Grauer Star sorgt auch durch eine vergrößerte und unflexible Linse dafür, dass Kammerwasser nicht bzw. nur schlecht abfließen kann und daraufhin der Augeninnendruck ansteigt. Verschiedene Medikamente, wie z.B. Kortison, können ebenso ein Glaukom verursachen.

Wie genau entsteht nun aber ein Glaukom?2021-11-23T15:02:23+01:00

Die Ursache für ein Glaukom ist häufig ein zu hoher Augeninnendruck. Um zu verstehen, welche Faktoren den Augeninnendruck ansteigen lassen, schauen wir uns den Aufbau des Auges einmal genauer an.

Der Augapfel ist in drei Kammern eingeteilt: In die vordere und hintere Augenkammer und den Glaskörper. Während letzterer mit gallertartiger Masse gefüllt ist, fließt in den beiden Augenkammern Kammerwasser. Dieses Kammerwasser besteht unter anderem aus Proteinen, Zuckern und Elektrolyten. Seine Hauptaufgabe ist die Versorgung der Linse und der Hornhaut mit Nährstoffen. Außerdem wird es zur Stabilisierung des Auges benötigt. Kammerwasser wird fortlaufend vom sogenannten Ziliarkörper in der hinteren Augenkammer gebildet und strömt durch die Pupille in die vordere Augenkammer. Bei einem gesunden Auge kann es dort im Kammerwinkel, dem Winkel zwischen Iris und Hornhaut, ebenso kontinuierlich abfließen.

Ist dieser Abfluss aber gestört, kommt es zu einem Ungleichgewicht und das nicht abfließende Kammerwasser lässt den Augeninnendruck steigen. Sowohl in den beiden Augenkammern als auch im Glaskörper. Hierbei kommt es dann auch zu einem erhöhten Druck auf den Kopf des Sehnervs im Glaskörper. Der Sehnervkopf ist extrem empfindlich. Bei erhöhtem Druck werden die Fasern des Sehnervs zusammengequetscht und erste Ausfälle am Gesichtsfeldrand machen sich bemerkbar.

Unterschied zwischen Grauer und Grüner Star?2021-11-23T15:01:41+01:00

Eines nehmen wir mal am besten direkt vorweg: die beiden Erkrankungen Grauer und Grüner Star haben nicht viel gemein, wenn man davon absieht, dass es sich in beiden Fällen um Augenerkrankungen handelt. Beim Grauen Star, auch Katarakt genannt, handelt es sich um eine altersbedingte Eintrübung der Augenlinse, während der Grüne Star, Glaukom, eine Gruppe verschiedener Erkrankungen bezeichnet, die eine irreversible Schädigung von Nervenfasern des Sehnervs zur Folge haben.

Während die Namensgebung beim Grauen Star in vielerlei Hinsicht auf der Hand liegt (starrer Blick aus einer trüben, grauen Pupille und eine kontrastarme – also graue- Bildwahrnehmung), muss man beim Grünen Star von einer etwas verunglückten Übersetzung ausgehen.

Der Begriff Glaukom wurde ursprünglich von Aristoteles geprägt und bedeutet so viel wie „hell“, “leuchtend“ und „glänzend“, das Meer betreffend. Er leitete die Bezeichnung von der blau-grauen Verfärbung der Regenbogenhaut bei chronischen Entzündungen her. In Frankreich wurde im 16. Jhdt. daraus „grün“, da der Atlantik eher grünlich als bläulich wirkt. In den folgenden Jahrhunderten wurden die Begriffe “Glaukom” und “Grüner Star” immer mehr zu Synonymen.

Termin zur Vorsorge

Weltweit ist das Glaukom die zweithäufigste Erblindungsursache, auch in den Industrienationen. Allein in Deutschland kommt es jedes Jahr zu über 1.000 Neuerblindungen durch Glaukom. Egal, ob ein primäres oder sekundäres Glaukom vorliegt, wichtig ist und bleibt die Früherkennung. Bei der „Glaukom-Früherkennung“ handelt es sich nicht um ein „Screening“ im engeren Sinne, sondern vielmehr um eine individuelle Vorsorgeuntersuchung, die sich auf bestimmte Risikogruppen und ältere Personen konzentriert, bei welchen ein Glaukom überdurchschnittlich häufig vorkommt. Wird hier eine Glaukom-Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und daraufhin behandelt, kommt es im besten Falle erst gar nicht zu einer Verminderung der Sehfähigkeit.

Zur Terminvereinbarung
Nach oben